Stand: 16. August 2026
Drift AI ist heute weder als gemeinnützige Körperschaft anerkannt noch als rechtlich eigenständige, nicht gewinnorientierte Organisation eingerichtet. Das möchten wir offen sagen.
Unser Plan und unsere Verpflichtung sind trotzdem klar: Der Teil von Drift AI, der Menschen mit Migrationsanwältinnen und Migrationsanwälten zusammenbringt, soll dauerhaft nicht gewinnorientiert arbeiten. Die künftige rechtliche Struktur soll diese Verpflichtung so verankern, dass sie nicht nur von einer Person abhängt.
Warum wir diesen Weg wählen
Die meisten Migrationsanwältinnen und Migrationsanwälte, die ich kennengelernt habe, sind nicht nur wegen eines interessanten Rechtsgebiets in diesen Beruf gegangen. Viele haben mir von persönlichen oder humanitären Gründen erzählt. Sie arbeiten an Fragen, die darüber entscheiden können, ob Familien zusammenbleiben, Menschen sicher leben und eine Zukunft aufbauen können.
Diese Arbeit muss wirtschaftlich tragfähig sein. Gleichzeitig sollten Menschen darauf vertrauen können, dass eine Empfehlung nicht davon abhängt, welche Kanzlei am meisten für Sichtbarkeit oder Vermittlung bezahlt.
Fairness bedeutet für uns deshalb: Eine geeignete Kanzlei soll aufgrund des Falls empfohlen werden. Kein Kanzleiplan und keine andere Zahlung an Drift darf eine fallbezogene Empfehlung kaufen.
Was nicht gewinnorientiert bei Drift AI bedeutet
Für den Matching-Bereich gilt ab jetzt folgende betriebliche Zusage:
Drift erhält keine Provision und keinen Anteil am anwaltlichen Honorar.
Die Plattformgebühr ist weder erfolgsabhängig noch pro Beratung, Mandat oder Match geschuldet.
100 Prozent der Nettoplattformgebühren, also ohne Umsatzsteuer, werden für Betrieb, Wartung und Wachstum der Matching-Plattform eingesetzt.
Dazu gehören insbesondere technische Infrastruktur, Sicherheit, Support, Profilprüfung, Termin- und Zahlungsintegrationen, die Pflege der Wissensinhalte und die verantwortungsvolle Gewinnung weiterer Nutzerinnen, Nutzer und Kanzleien.
Nicht verwendete Mittel aus diesen Gebühren sollen für denselben Zweck reserviert und nicht als Gewinn aus dem Matching-Bereich ausgeschüttet werden.
Nicht gewinnorientiert beschreibt hier unsere Betriebsentscheidung und unsere geplante Struktur. Es ist noch keine Aussage über einen bereits vollzogenen gesellschafts- oder steuerrechtlichen Status.
Unser Transparenzziel ab 2027
Unser Ziel ist, erstmals für das Jahr 2027 einen jährlichen Transparenzbericht zu veröffentlichen. Darin möchten wir nachvollziehbar darstellen:
wie viele Nettoplattformgebühren eingenommen wurden,
wofür diese Mittel eingesetzt wurden,
welche Beträge für den weiteren Betrieb reserviert wurden,
wie das Matching überprüft wurde und
wie wir kommerzielle Leistungen außerhalb des Matchings organisatorisch davon trennen.
Der genaue Umfang hängt von der rechtlichen und buchhalterischen Struktur ab, die wir derzeit aufbauen. Wenn sich der Zeitplan ändert, werden wir das ebenfalls offen erklären.
So funktioniert eine Empfehlung
Nach einer grundlegenden Prüfung der Zulassung und der erforderlichen Angaben beruht das Matching auf drei Hauptkriterien:
1. Zuständigkeit
Im Migrationsrecht kann es darauf ankommen, welche Behörde oder welches Gericht zuständig ist und ob eine Kanzlei den Fall praktisch übernehmen kann. Deshalb prüfen wir zuerst, ob die örtliche und sachliche Zuständigkeit zur Anfrage passt. Eine schnelle Verfügbarkeit hilft nicht, wenn eine Kanzlei für den konkreten Fall nicht passend tätig werden kann.
2. Expertise
Im Onboarding fragen wir nicht nur nach allgemeinen Rechtsgebieten. Wir fragen auch, welche Fallarten eine Kanzlei besonders gern übernimmt und welche sie nicht übernehmen möchte. Diese Angaben helfen uns, irrelevante Anfragen zu vermeiden und Menschen mit einer Anwältin oder einem Anwalt zusammenzubringen, deren praktische Erfahrung zum Anliegen passt.
3. Verfügbarkeit
Über den verbundenen Calendly-Kalender sehen wir nur die Termine, die eine Kanzlei tatsächlich zur Buchung freigegeben hat. Wenn mehrere Kanzleien fachlich und nach Zuständigkeit gleich gut passen, kann eine frühere reale Verfügbarkeit zu einer früheren Empfehlung führen. Verfügbarkeit ersetzt jedoch niemals Zuständigkeit oder Expertise.
Starter und Premium unterscheiden sich im Leistungsumfang der Plattform. Sie kaufen keinen besseren Rang, keine bevorzugte Empfehlung und keine garantierte Zahl von Anfragen.
RDG, anwaltliche Unabhängigkeit und klare Rollen
Das Rechtsdienstleistungsgesetz schützt Rechtsuchende vor unqualifizierten Rechtsdienstleistungen. Eine Rechtsdienstleistung liegt insbesondere dann vor, wenn eine konkrete fremde Angelegenheit eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erfordert. Solche außergerichtlichen Rechtsdienstleistungen dürfen nur erbracht werden, wenn hierfür eine gesetzliche Befugnis besteht.
Drift AI ist deshalb als Technologie-, Informations- und Matching-Plattform aufgebaut. Drift AI erteilt keine individuelle Rechtsberatung, bewertet keine Erfolgsaussichten und entscheidet nicht, ob ein Mandat angenommen werden soll. Die zugelassene Anwältin oder der zugelassene Anwalt prüft den Fall eigenständig, führt die Interessenkollisionsprüfung durch, entscheidet über die Mandatsannahme und übernimmt allein die rechtliche Beratung und Vertretung.
Dass Drift keine Provision und keine bezahlte Rangfolge verwendet, ist ein wichtiger Teil unseres Fairness- und Compliance-Modells. Es ist aber nicht die einzige rechtliche Grenze. Entscheidend ist auch, dass Drift keine individuelle rechtliche Prüfung übernimmt und die anwaltliche Unabhängigkeit nicht beeinflusst.
Mehr dazu finden Sie in unserer ausführlichen Richtlinie RDG-Compliance bei Drift: Rechtsberatung, Matching und Plattformgebühren sowie in § 2 RDG und § 3 RDG.
Wie Drift Geld verdient
Drift als Unternehmen kann außerhalb des Matchings Geld verdienen. Dazu gehören Enterprise-Aufträge wie unser Vertrag mit der IHK und weitere Projekte für Organisationen. Außerdem beraten wir Kanzleien dabei, ihre Leistungen im Marketing gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern klar, verständlich und verantwortungsvoll darzustellen.
Diese Leistungen werden separat vereinbart. Ein Enterprise-Auftrag, eine Marketingberatung oder ein anderer kommerzieller Vertrag darf niemals beeinflussen, ob oder an welcher Stelle eine Kanzlei für einen konkreten Fall empfohlen wird. Die rechtliche und buchhalterische Trennung, die dieses Modell dauerhaft nachvollziehbar macht, bauen wir derzeit auf.
Meine Zusage
Meine Zusage ist einfach: Der Matching-Bereich von Drift AI wird dauerhaft nicht gewinnorientiert betrieben. Er soll nicht daran verdienen, dass eine bestimmte Kanzlei ein bestimmtes Mandat erhält. 100 Prozent der Nettoplattformgebühren werden in den Betrieb, die Wartung und das Wachstum dieser Plattform zurückgeführt.
Wir bauen Drift AI, weil Menschen eine faire Möglichkeit verdienen, passende rechtliche Hilfe zu finden, und weil Migrationsanwältinnen und Migrationsanwälte bessere Werkzeuge und passendere Anfragen verdienen.
Nia
Gründerin von Drift
